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Platzperspektive
Grundrisse
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Ansicht West
AnsichtenundSchnitte
Fassadenschnitt
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Münsterplatz Ulm

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Masterplan
Münsterplatz in Ulm

Entwurf mit Luigi Snozzi

Der städtebauliche Masterplan basiert auf dem Gesamtkonzept nur die wichtigen Bauten auf dem Münsterplatz hervorzuheben, um deren historische Bedeutung durch Kontrast und Abstand wieder zu würdigen. Umgeben von einer Filterschicht aus Grün, steht der Sakralbau als Skulptur frei auf dem Platz und verdeutlicht durch den Unterschied von Höhe und Dichte zum Kontext seine Ausstrahlung und Bedeutung für die Stadt Ulm.

Durch den Neubau eines solitären Hofgebäudes auf dem südwestlichen Grundstück des Münsterplatzes, entstehen außerdem strenger definierte Platzverhältnisse, die klarer ablesbare Raumkanten abbilden und somit der Weitläufigkeit durch mehr Enge ein Ende setzen. Außerdem soll mit der Nutzung einer Markthalle der Platz vor seinem namengebenden Kirchbau stärker belebt werden. Somit stehen nun insgesamt drei Solitäre auf dem Platz.

Die von dem historischen Fußabdruck des Barfüßerklosters (1250) inspirierte Hofstruktur der Markthalle, erinnert an einen städtebaulichen Block, der in Form eines Solitärs zwar auf dem Platz steht, gleichzeitig aber neue ablesbare Platzkanten schafft und somit den Raum vor der großen Kirche neu definiert. Während der umlaufende Arkadengang zu allen Seiten die Offenheit des Gebäudes darstellt, ist im Erdgeschoss der streng strukturierte Grundriss durch die Nutzung der Marktstände definiert, wogegen im Obergeschoss durch eine umlaufende Galerie wiederum stärker die Hofstruktur eines Blockbaus spürbar wird.

Insgesamt gibt es vier Erschließungskerne, die in Ihrer massiven Ausführung aus quer geschaltem Sichtbeton, neben Treppen und Aufzügen auch Funktionen der in den Ecken der Markthalle angegliederten Nutzungen, beinhlaten. Dabei ist jeweils an den Endstücken eine transparente Abtrennung durch Windfänge vorgesehen, die idealerweise nicht nur räumlich, sondern auch Zeit bedingt als Schnittstelle der verschiedenen Nutzungen dienen. In Ausrichtung zum Münsterplatz und zu der giebelständigen Häuserfront auf der Südseite gibt es auf ganzer Breite Flügeltüren, die im Sommer aufgeklappt werden können und somit das Gebäude komplett öffnen.

In jeder der vier Ecken befindet sich, der Markthalle zugehörig eine andere Nutzung. Im Südwesten, mit Lage zum kleinen Platz vor dem Neuen Bau und in unmittelbarer Umgebung des Ulmer Nachtlebens, erschließt sich zwei Geschosse übergreifend eine Bar und Restaurant. Im Süd-Osten liegt, ganz in der Nähe der Hauptverkehrswege im Erdgeschoss die Anlieferung für die Markthalle und in Verbindung zum darüber liegenden Obergeschoss die Verwaltung. Nordöstlich, mit einem herrlichen Ausblick in den wiederhergestellten Kirchhof des Münsters und in Flucht der Baumallee, an deren Ende ein historischer Brunnen vor der Valentinskapelle steht, kann nun morgens bei Sonnenaufgang in der Bäckerei „Münsterbäcker“ gefrühstückt, oder bei Bedarf ein Kaffee genossen werden. Schlussendlich, wie bereits im alten Stadthaus befindlich, soll es nun in nordwestlicher Ecke ebenfalls zwei Geschosse durchgehend wieder eine Stadtgalerie mit öffentlicher Wechselausstellung im Erdgeschoss und einer Dauerausstellung im Obergeschoss geben. Öffentliche Toiletten, sowie die sanitären Anlagen der einzelne Nutzungen, Technikräume, Kühl- und Warenlager der Markthalle befinden sich im Untergeschoss.

Die Fassade besteht aus Ein und dem Selben immer wiederkehrenden Segment, dabei ist das Dach die Verbindungsebene um die Außen- und die Hoffassade, welche identisch sind, miteinander zu vereinigen. Das sich ständig wiederholende Element suggeriert den Archetypus: „das Haus mit Satteldach“ in der historisch gewachsenen Stadt, vermischt mit der modernen Form der Parabel, die als Stütze an ihrer schmalsten Stelle zu Boden kommt und das Dach trägt.

Durch die strenge Betonung der Vertikalen und dem selben Spannmaß wie die Seitenschiffe des Münsterbaus, sowie das Abstandsmaß der Fialen, spricht die Markthalle auf ganz unterbewusste Weise mit dem Sakralbau, allerdings ohne diesem zu konkurrieren oder seine Vormachtstellung auf dem Platz streitig zu machen. Nichts desto Trotz steht das Gebäude mächtig auf dem Platz und behält dadurch seinen solitären Charakter, der für die kulturelle Nutzung einer Markthalle durchaus angemessen ist.

Grundrisse